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Wenn der Tod die Seele küsst...

Eine Geschichte für euch...viel Spaß beim Lesen =)

Wenn ihr sie gelesen habt, schreibt mir doch auch bitten schnell nen Kommentar, wie sie euch gefallen hat =)

 

Wenn der Tod die Seele küsst

 


Allein gehe ich den Weg entlang. Der Schnee knirscht unter meinen nackten Füßen. Die klirrende Kälte spühre ich nicht, denn mein Körper ist längst kalt. Weiß, beinahe blau ist mein Gesicht, die Lippen lila, die Hände gefaltet, den Blick starr. Winzige Eiskristalle sitzen in meinen Wimpern und leuchtend roten haaren, die im Takt meiner Schritte nach hinten geweht werden. Die grellblauen Augen sind nach vorne in weite Ferne gerichtet. Kalter Wind streichelt meinen nackten Körper.

Da erreicht der Chor meine Ohren. Er kriecht langsam in meinen Kopf, dann in den ganzen Körper. Singt mir sein Lied, das ich noch nciht versteh. Es zieht mich an. Doch meine Schritte werden nicht schneller.

Weiter vorne sehe ich jemanden auf meinem Weg stehen. Mitten im Schnee, ganz starr und unbeweglich. Nur sein schwarzer Mantel weht leicht im Wind. Die große Kapuze hält sein gesicht vor mir verstckt, als ich näher komme. Wer auch immer da steht, er macht keine Anstalten mir meinen Weg frei zu geben.

Verwundert, soweit mir das Denken noch möglich ist, bleibe ich direkt vor ihm stehen. Mein Blick ruht für einen Moment auf der Stelle, an der ich seine Augen vermute, dann streifen meine Augen an seinem Körper herunter und bleiben auf seiner Brust hängen. Sie bewegt sich nicht. Er atmet nicht. Erstaunt darüber bin ich nicht. Ganz so, als ob ich es erwartet hätte. Ich glaube einen kühlen Luftzug auf meinem Gesicht zu spühren, doch es kann nicht sein. Ich fühle nichts mehr, mein Körper ist von der Kälte betäubt. Wieder sehe ich ihm in die Augen, will sein Gesicht unter der Kapuze erkennen. Jedoch ist ein dunkler Schatten alles, was ich sehen kann und so warte ich.

Langsam hebt er seinen arm, seine Haut ist blass, beinahe so weiß wie meine und legt seine Hand vorsichtig auf meine Wange. Meine Haut beginnt unter seinen Fingern zu glühen, bevor er mir mit der Hand über den Nacken streichelt. Überall, wo er mich berührt kehren die Gefühle zurück.Der kalte Wind lässt mich frieren, als er mich in die Arme schließt. Seine Hände streichen über meinen ganzen Körper. Eisig kalt sind sie, obgleich ich unter ihm zu brennen scheine. Keiner von uns beiden gibt einen Laut von sich, der Chor ist verstummt, als er mich umschlingt und an sich presst, an seinen schwarzen Mantel. Ich kann Kälte durch den Stoff spühren, sie scheint von ihm auszugehen.

Langsam beginnen wir uns hin und her zu bewegen, im Takt einer stummen Musik. Zärtlich streichelt er mich weiter, während ich zu tanzen beginne. Meine Hüfte wiegt unter seinen Händen hin und her, dann gibt er mich frei und sieht mir stumm und unbeweglich zu, wie ich durch die kalte Wintersnacht tanze. Die Kälte gräbt sich wieder unbarmherzig in meinen Körper und er nimmt mich erneut zu sich und beginnt mit mir zu tanzen.

Geschmeidig, fast anmutig wirken wir wohl, wie wir uns so durch den Schnee bewegen. Ich kann Musik in meinen Ohren hören und weiß doch, dass sie nicht existiert. Aber ich bin mir ganz sicher, dass er die Musik macht, sie mir in die Gedanken schickt.

Lange tanzen wir, nie müde werdend, es scheint eine Ewigkeit. Der Wind weht ihm die Kapuze vom Kopf und ich weiß, dass es kein zurück mehr gibt, als ich in seine kalten, hellblauen Augen eintauche, in ihnen versinke. Seine Umarmung wird fester, er umklammert meine Talie und meinen Nacken. Doch es ist mir nicht unangenehm. Ich presse mich fest an ihn. Obwohl ich ihm noch nie begegnet bin, weiß ich genau, was er tun wird.

Unser Tanz wird wieder ruhiger, nur noch leicht wiegen wir hin und her, als seine Finger mir zärtlich durch die Haare fahren, dann über mein gesicht, hinunter zum Kinn, bevor er seine Hand wieder in meinen Nacken legt und mich küsst. Es ist ein langer, anhaltender Kuss. Ich kann fühlen, wie meine Lebenskraft schwindet und seine Kälte mich auszufüllen beginnt.

Meine Beine sind Taub vor Kälte, die Brust erfriert mir. Meine Augenlider flattern. Die Augen blitzen ein letztes Mal feucht auf, eine Träne des Glücks läuft über meine Wange, bevor sie am Kinn gefriert. Ich schließe meine Augen vor der Welt, zu schwach als dass ich sie noch länger auf halten könnte. Das Letzte was ich sehe ist sein kühler aber liebevoller Blick. Noch immer kann ich seine Lippen auf meinen spühren. Musik kleingt in meinen Ohren, die Schwäche überfällt mich und ich würde zusammen sacken, hielte er mich nicht an sich gepresst. Noch einmal flattern meine Augenlider, dann erstarren auch meine Gesichtszüge.

Ich kann nicht mehr spühren, wie er sich wieder von mir löst und meinen Körper sanft in den Schnee bettet. Die roten Haare umranden mein Gesicht und machen die erstarrte Schönheit vollkommen. Ein letztes Mal blickt er auf meinen Körper herunter, dann dreht er sich um und geht.

Hinter ihm verweht der Wind seine Spuren, als wäre er nie da gewesen...

 

(Datum: 10.2006)

18.12.06 21:28
 


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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Shamord / Website (19.12.06 02:24)
Also als erstes ist mir die positive Aussage der Geschichte aufgefallen. Gliederung und Aufbau sind ebenfalls sehr gut gelungen. Der Gedanken- bzw. Erzählstrang zieht sich gut bis zum Ende durch.

Was mir nicht so gut gefällt ist der Ausdruck. Er ist nicht schlecht, aber du kannst noch eine Menge mehr herauskitzeln. Falls interesse besteht versuche ich das exemplarisch an einigen Stellen deutlich zu machen.

Abschließend muss ich wiederholen das es sich um einen tollen Text handelt, der, sobald einige ausdruckstechnische Stellen ausgemerzt sind, sicher die Stimmungslage vieler Menschen trifft.
Gruß
Shamord


EyeHateGod / Website (23.12.06 15:39)
Mir ist es scheiss egal, wie auch immer mit gliederung oder aufbau oder blah...

du hast einfach eine sehr blühende fantasie und ich finde die sprache verdammmt gut gelungen, man kann sich deine geschichte gut verbildlichen =)

schreib noch ein paar mehr, ich würde gerne noch etwas mehr davon lesen =))


Iridian / Website (26.12.06 20:04)
Sehr schöne Geschichte. Stilistisch nah dran an dem "gewissen Etwas" ;-)
Iridian


Theresa (27.12.06 14:40)
Du hast wirklich Talent, ich kann es nur immer wieder sagen.
Zudem stimme ich der Aussage von Shamord zu, obwohl ich das sicher nicht ganz so qualifiziert beurteilen kann.
Weiter so!!


Eric / Website (10.3.07 14:48)
Wow das ist eine sehr schöne Geschicht, wie alle deine Geschichten.
Ich hoffe das du noch mehr davon schreibst, denn nach ihnen werde ich süchtig und man kan gar nicht mehr aufhören sie zu lesen.

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