~ Ausgewortet. ~


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Alte Worte erneut enthüllt. Willkommen.

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Freie Poesie

HILFE!~Ein Aufruf an alle Textkritiker.

Ich habe ein Problem. Ich möchte am Freitag den 21.9. an einem "Poetry Slam" teilnehmen, einem Wettbewerb, bei dem man seine selbstgeschriebene Poesie vorstellt.

Nun habe ich alles an Geschreibsel von mir rausgesucht, dass sich möglicherweise eignen würde, habe allerdings keine Ahnung, welche ich nehmen soll. Zwei brauche ich. Eins für die erste Runde und eins, falls ich weiter kommen sollte.

Deshalb bitte ich EUCH um Hilfe. Wenn ihr Zeit und Lust habt, dann lest doch bitte die unten angehangenen Texte und Gedichte und schreibt mir kurze Kritiken dazu, oder welche der Texte ihr für geeignet haltet. (Wem alles zu lang ist, der kann sich auch gerne nur zu einzelnen Stücken äußern.)

Ich bin um jede eurer Aussagen dankbar und sei sie noch so kurz!!!

Vielen Dank an alle Helfer schon einmal im Voraus.

PS: Den regelmäßigen Besuchern wird das eine oder andere vielleicht bekannt vor kommen.

 

1.

Sehnsucht

Mottengetier fliegt in das Licht
einer flackernden Laterne.
Und ich sehe dein Gesicht,
lang verschwinden in der Ferne.

Nebel kriecht aus toten Feldern,
greift mit kalter Hand nach mir.
Düster ist es in den Wäldern,
ich bin allein, bin fern von dir.

Kalt wallt aus verlorner Lunge
mein Atem in die dunkle Nacht.
Lang noch spühr ich deine Zunge,
wie sie das Feuer in mir entfacht.

Doch ganz allein muss ich nun stehn
und einsam in der Kälte frieren.
Sag, wann werd ich dich wieder sehn,
mich in deinem Mund verlieren?

 

2.

Reim dich!


Reim dich, oder ich schlag dich tot,
denkt der Dichter in seiner Not.

Prügelt unschuldige Worte,
werden Verse, verschied'ner Sorte.

Missbraucht sie und schlägt sie in Form
kürzt Silben ohne eine Norm.

Schafft Strophen, Schweiß auf dem Gesicht,
Reim dich! Fertig ist sein Gedicht.

 

3.

Still!

Die Spieluhr spielt. Das Mädchen sitzt da. Im kahlen Raum. Die Arme um die Knie geschlungen. Wiegt sich vor und zurück. Ganz langsam. Still!

Die Spieluhr verklingt. Leise. Langsam, ganz langsam. Ein letzter Ton. Er klingt. Stille...

Salz. Ganz langsam rennt es. Über ihre Wange. Schweigen. Die Musik längst verklungen. Wiegt sie sich. Sei still, schweig!

Kein Platz für Worte. Für Geräusche. Keine Zeit dafür. Schweig!

Keiner darf dich hören....

4.

Allmächtigkeit einer verrückten Autorin

Ich erfinde mir einen Menschen. Einen Jungen. Ich beschreibe nicht sein Aussehen, sondern erwecke ihn einfach nur mit meinen Worten zum Leben, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich ihn am Ende sterben lassen werde. Aber jetzt lasse ich den Jungen erst einmal eine einsame, schmale Straße entlang gehen. Die Straße ist vom Regen ganz nass und überall lege ich Müll hin, der den Jungen jedoch nicht stört. Es stinkt ziemlich nach Abgasen und Dreck an diesem Ort, doch der Junge, dem ich übrigens keinen Namen geben, sondern einfach nur "er" nennen werde, achtet nur auf das, was ich ihm in die Hände gelegt habe. Ich lasse es ihm weh tun, denn es ist sein eigenes Herz, das er in den Händen hält und das er tragen muss. Und so sind seine Schritte ein wenig schleppend, obgleich er schnell an sein Ziel gelangen möchte. Noch ist es recht leicht für ihn. Noch kann er es fast problemlos tragen.

Das also ist mein Junge. Und jetzt führe ich ihn mit sicherer Hand in den Tod. Zuerst jedoch erfinde ich mir einen zweiten Menschen. Dieses Mal ein Mädchen. Dieses Mädchen sitzt zu Hause in ihrem Zimmer und tut irgendetwas, was ich nicht genauer festlege, da es unwichtig ist. Und zu diesem Mädchen schicke ich jetzt den Jungen. Vorher noch habe ich ihn mit allerlei Gefühle und Gedanken voll gestopft, die nun in seinem Kopf kreisen. Der Junge selbst ist etwas unsicher in dem, was er tut. Er weiß im Gegensatz zu mir schließlich noch nicht was ihn erwartet. Also geht er brav weiter, bis zu dem Haus des Mädchens, seinem von mir erwählten Ziel. Sein Herz immer noch in der Hand haltend, zwinge ich den armen, ängstlichen Jungen zu klingeln und hole dann das Mädchen zur Tür. Sie öffnet und sieht ihn an. Ich lasse ihn zuerst einmal knallrot anlaufen, was ihm natürlich auch noch äußerst peilich sein muss und lege ihm dann ein unverständliches Gestammel in den Mund, sodass er nur mit Mühe die richtigen Worte hervor bringen kann. Das Mädchen besieht unterdessen das Herz in seinen Händen mit einem äußerst skeptischen Blick. Und während der Junge sich noch um Kopf und Kragen redet und ich ihn dem Mädchen mitteilen lasse, wie sehr er sie liebt, nimmt sie das ihr dagebotene Herz und bricht es enzwei. Er bemerkt das zu spät, ich habe ihn bereits auf der Stelle angewurzelt und so muss er mit ansehen, wie das Mädchen das Herz auf den Boden vor seinen Füßen wirft und ich sie zurück ins Haus schicke.

Meinen Jungen, der nun also wie geplant mit seinem gebrochenen Herzen vor der Tür seiner Geliebten steht, will ich jedoch noch ein wenig weiter quälen, bevor ich ihn zum Schluss in den Tod rennen lasse. Also nehme ich ihn und befehle ihm sein Herz wieder aufzusammeln. Er will es nach Hause tragen, es dort heilen lassen, doch soweit lasse ich es nicht kommen. Er muss leiden. Er soll sterben. So ist das Herz nun viel schwerer geworden. Eine riesige Last, die er mit sich tragen muss und die viel zu schwer für ihn ist. Schon bald sacken ihm die Beine weg und der Junge bricht zusammen. Schluchzend muss er auf dem Boden sitzen, während ich ihm immer neue Gedanken in den Kopf hämmere, ihm immer wieder die Szene vor der Haustür des Mädchens vor Augen führe und ihm immer mehr Schmerzen in sein schon so schweres Herz flöße.
Doch irgendwann, nach einiger Zeit erbarme ich mich ihm und helfe ihm auf. Nun soll er es vollenden. Ich führe ihn also nicht nach Hause, nicht zurück, damit die Zeit sein Herz heilt sondern in die entgegengesetzte Richtung. Dort irgendwo, dass lasse ich den Jungen wissen, liegt nun sein neues Ziel. Und erst jetzt weiß auch der Junge, dass er sterben wird.
Der Rest ist schnell zu sagen. Ich lass ihn zu einer Autobahnbrücke gehen.

Er steht oben, sieht herunter und wirft sein zerbrochenes Herz unten auf die Straße, wo es sogleich von den Autos zerrissen wird. So schicke ich ein letztes Mal eine Welle von Schmerz in seinen Leib, bevor ich ihn endlich erlöse, ihn auf das Geländer der Brücke steigen und herunterspringen lasse...

 

5.

~Momente~

Die Hände tief in den Taschen ihres Mantels vergraben, geht sie den Bürgersteig entlang. In einigen Häusern brennt noch Licht, doch die meisten Fenster sind bereits dunkel. Außer dem dumpfen Laut, ihrer auf den Asphalt schlagenden Stiefel, ist kaum ein Geräusch zu vernehmen. Der Wind säuselt leise vor sich hin und weht ihr, die vom Regen durchnässten, Haare aus dem Gesicht. Sanft rinnen einige Tropfen aus ihrem Haaransatz über ihr Gesicht, finden ihren Weg zum Kinn und fallen dann zu Boden, wo sie wie kleine Kristalle zerspringen. Der Regen hat bereits nachgelassen, es nieselt nur noch leicht. Obwohl es bereits recht kühl ist, friert sie nicht und geht langsam, aber festen Schrittes ihren Weg entlang. Sie scheint völlig in Gedanken versunken zu sein, denn ihr Blick ist starr geradeaus in die Ferne gerichtet. Die Realität verschwimmt vor ihren Augen, sie ist eingetaucht in ihre Gedankenwelt. Plötzlich reißt der Gedankenfaden, der sie der Gegenwart fern gehalten hat ab und sie bleibt stehen. Einen kurzen Moment hängt sie zwischen Realität und Fantasie in der Schwebe, dann nimmt die Welt um sie herum wieder Gestalt an. Bäume werden wieder Bäume, die Straße wieder die Straße und das Haus vor dem sie stehen geblieben ist, wieder das Haus ihrer Eltern. Geräuschvoll atmet sie aus und legt ihren Kopf in den Nacken. Über ihr steht der noch nicht ganz volle Mond am dunkelgrauen, fast schwarzen Himmel. Wolkenfetzen hetzen in rasanter Geschwindigkeit über ihn und es scheint ihr, als würde die Zeit dahinfliegen, während sie dort unten steht und in den wolkenbehangenen Himmel starrt. Ihre Gedanken laufen wieder, werden immer schneller, holen die Wolkenfetzen ein und überholen sie lachend. Die Nacht ist weit und ihre Gedanken fliegen hinaus und wirbeln durch die Luft, springen und tanzen umher, führen einen wilden Tanz auf, kreuzen ab und zu ihre Wege und nicken sich gegenseitig freundlich zu oder fauchen sich giftig an. Einige verirren sich an seltsame Orte, werden fallen gelassen oder unbeachtet weggeworfen, andere ausgeführt bis in Sackgassen, wo es nicht mehr weiter geht und sie sanft abgelegt werden. Erst das Schmerzen ihres Nackens lässt alle Gedanken geräuschlos fort huschen. Sie senkt den Kopf wieder, der Regen hat ihr bereits das Make-up vom Gesicht gewaschen und läuft nun in feinen Rinnsälen ihre Wangen herunter. Lächelnd streicht sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Alle Gedanken sind fort und haben sie allein in einer eigenartigen Stimmung zurückgelassen. Tief in ihr drin lacht etwas Kleines, dass plötzlich immer größer und größer wird. Es wächst, bis es sie nahezu ganz ausfüllt. Auf einmal hat sie das dringende Bedürfnis zu tanzen, durch den Regen zu rennen und laut zu lachen. Eine eigenartige, riesengroße Freude füllt sie aus, die sie hinaus lassen muss, sonst würde sie zerrissen werden. Einen kurzen Moment noch bleibt sie regungslos stehen, dann breitet sich langsam ein Lächeln auf ihren Lippen aus. Tief saugt sie die kühle Nachtluft in sich auf, dann öffnet sie das Vorgartentor, vor dem sie gestanden hat und rennt die Stufen zum Haus hinunter. Immer noch lächelnd drückt sie auf die Klingel...

 

--------

 

So, vielen, vielen Dank nocheinmal an alle, die es bis hierher geschafft haben.

18.9.07 16:40


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Zwei Gedanken.

Fremder

Wer bist du
Fremder?

Kennst meinen Namen
doch verrätst
deinen
nicht.

Woher kommst du
Fremder?

Und wieso
siehst du
mich?



Dein Gesicht

Dein Name ist
mir
nicht wichtig.

Nur zeig mir
dein
Gesicht.
8.8.07 18:13


?

Treppenstufen abwärts steigend,
aufrecht kriechend,
rückradlos verzweifelnd
versuche ich zu begreifen,
was Logik ist.

9.5.07 19:18


~Die Sanduhr~




Die Zeit vergeht meist viel zu schnell
komischerweise merken wir es oft nicht
Wie eine Sanduhr läuft unser Leben
Sandkorn legt sich auf Sandkorn
Langsam aber unaufhaltsam
Die Zeit läuft weiter
Das Leben
Vergeht
Zeit
Vergeht
Das Leben
Wie eine Sanduhr
Es scheint keinen zu stören
Die Menschen merken es nicht
Merken nicht, wie ihre Zeit vergeht
Nur selten hält jemand inne und fragt
Wann seine Sanduhr abgelaufen ist
 
 
 
 
Zeitaufwand etwa zehn bis fünfzehn Minuten
 
 lg
Die Wörterin 
 
PS: Freue mich natürlich immer wieder über Gästebucheinträge und Kommentare...  
26.1.07 22:03





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